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Familienrecht im Überblick

1. Auf den Punkt gebracht

Executive Summary: Zwischenmenschliche Beziehungen sind nicht nur von Gefühlen geprägt, sondern auch von weitreichenden rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen. Viele dieser Konsequenzen werden vormals Liebenden erst sichtbar, wenn gravierende Konflikte entstehen und eine Trennung unausweichlich wird. Umso wichtiger ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen frühzeitig zu kennen, realistische Erwartungen zu entwickeln und vorausschauende Lösungen zu gestalten. Gerade im familiären Kontext zeigt sich, dass antizipierende Regelungen - etwa im Form eines Ehevertrags - wesentlich geringere emotionale und finanzielle Lasten mit sich bringt, als ein jahrelanger Scheidungskrieg zwischen Menschen, die, von persönlichen Kränkungen und Verletzungen geprägt, zu irrationalem Handeln tendieren.

Der folgende Überblick richtet sich an Eltern und Familien. Er zeigt, welche Unterschiede zwischen Ehe und Lebensgemeinschaft bestehen, wann Unterhaltsansprüche von Ehepartnern oder Kindern entstehen, wie Obsorge und Kindeswohl rechtlich geregelt sind und nach welchen Grundsätzen Vermögen im Trennungs- oder Scheidungsfall aufgeteilt wird.

Autoren: Mag. Eva Schmelz
Zuletzt aktualisiert: 10/2026
Voraussichtliche Lesedauer: 6 - 8 Minuten

2. Ehe

Eine Ehe ist mehr als eine persönliche Verbindung: Mit der Eheschließung entstehen auch weitreichende rechtliche und wirtschaftliche Folgen. Das betrifft etwa Vermögen, Wohnen, Unterhalt, Erbrecht und die gegenseitige Verantwortung der Ehegatten. Viele dieser Folgen gewinnen spätestens dann an Bedeutung, wenn sich Lebensumstände verändern oder größere Vermögenswerte vorhanden sind.

Wenn Vermögensverhältnisse, Einkommen oder familiäre Rollen unterschiedlich verteilt sind, lohnt es sich, rechtzeitig über die rechtlichen Rahmenbedingungen nachzudenken. Das gilt etwa dann, wenn ein Ehegatte beruflich zurücksteckt, um den Haushalt zu führen oder gemeinsame Kinder zu betreuen, wenn Immobilien eingebracht werden, ein Unternehmen besteht oder Vermögen innerhalb der Familie weitergegeben werden soll. Ein Ehevertrag kann in solchen Fällen helfen, klare und faire Regelungen zu schaffen und die gemeinsame Zukunft vorausschauend zu gestalten.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer → Themenseite zur Ehe.

3. Scheidung

Wenn eine Ehe endet, stellen sich oft viele Fragen gleichzeitig – von den gemeinsamen Kindern über das Schicksal der Ehewohnung bis hin zur Leistung von Unterhalt. Gerade in einer emotional belastenden Situation ist es oft schwierig, die rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen einer Trennung richtig einzuschätzen. Eine frühzeitige rechtliche Einschätzung hilft dabei, Risiken zu erkennen, Verhandlungsspielräume realistisch einzuschätzen und tragfähige Lösungen zu finden, bevor eine Konfliktsituation eskaliert.

Das österreichische Scheidungsrecht unterscheidet vor allem zwischen der einvernehmlichen und der streitigen Scheidung. Welche Form in Betracht kommt, hängt von der persönlichen Situation, den Gründen für die Trennung und davon ab, ob sich die Ehegatten über die wesentlichen Folgen der Scheidung einigen können. In der Praxis des österreichischen Familienrechts kommt einvernehmlichen Scheidungen eine wesentlich größere Bedeutung zu als streitigen Scheidungen. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine streitige Scheidung unvermeidlich ist.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer → Themenseite zur Scheidung.

4. Lebensgemeinschaft und Trennung

In den letzten Jahr(zehnt)en zeigt sich eine zunehmende Tendenz von Paaren, in einer eheähnlichen, aber juristisch losen Beziehung zusammenzuleben. Eine derartige Lebensgemeinschaft kann einer Ehe im Alltag sehr ähnlich sein, rechtlich bestehen jedoch erhebliche Unterschiede. Insbesondere bei Vermögen, gemeinsamer Wohnung, Unterhalt oder Investitionen greifen viele Schutzmechanismen des Eherechts nicht automatisch.

Gerade wenn gemeinsam Vermögen aufgebaut, eine Immobilie angeschafft oder ein Partner finanziell stärker belastet wird, ist es sinnvoll, die rechtlichen Folgen frühzeitig zu bedenken. Denn bei einer Trennung stellt sich häufig erst im Nachhinein die Frage, wem Vermögenswerte gehören, wer welche Beiträge geleistet hat und ob daraus Ansprüche abgeleitet werden können. Eine vertragliche Regelung kann helfen, solche Unsicherheiten zu vermeiden und für den Fall einer Trennung klare Verhältnisse zu schaffen.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer → Themenseite zu Lebensgemeinschaft und Trennung.

5. Unterhalt

Unterhaltsfragen gehören zu den häufigsten und zugleich konfliktträchtigsten Themen des Familienrechts. Dabei ist zwischen verschiedenen Ansprüchen zu unterscheiden: Unterhalt kann etwa zwischen Ehegatten, nach einer Scheidung oder zugunsten gemeinsamer Kinder geschuldet sein. Welche Ansprüche bestehen und in welcher Höhe Unterhalt zu leisten ist, hängt stets von den konkreten Lebensverhältnissen ab.

Gerade bei einer Trennung oder Scheidung spielen Einkommen, Betreuungspflichten, die bisherige Rollenverteilung und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Beteiligten eine zentrale Rolle. Beim Kindesunterhalt kommen zusätzlich das Alter und der konkrete Bedarf des Kindes sowie die Betreuungsverhältnisse hinzu. Eine frühzeitige rechtliche Einschätzung hilft dabei, bestehende Ansprüche realistisch zu beurteilen, Über- oder Unterforderungen zu vermeiden und tragfähige Lösungen zu finden.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer → Themenseite zu unterhaltsrechtlichen Fragen.

6. Kindschaftsrecht und Obsorge

Wenn Eltern sich trennen, stehen nicht nur rechtliche Fragen im Raum, sondern vor allem die Interessen der gemeinsamen Kinder. Das Kindschaftsrecht regelt etwa, wer die Obsorge ausübt, wo ein Kind hauptsächlich lebt, wie der Kontakt zum anderen Elternteil gestaltet wird und wer welche Entscheidungen für das Kind treffen darf.

Ob Eltern verheiratet sind oder in einer Lebensgemeinschaft leben, kann für die rechtliche Ausgangslage von Bedeutung sein. Auch nach einer Trennung bleibt jedoch das Kindeswohl der zentrale Maßstab für alle wesentlichen Entscheidungen. Gerade bei Uneinigkeit über Obsorge, Betreuung oder Kontaktrecht können sich rasch belastende Konflikte entwickeln, bei denen die Emotionen hochgehen. Eine außenstehende, sachliche Stimme kann dazu beitragen, die Interessen des Kindes zu wahren und Konflikte, die auf dem Rücken unserer Jüngsten ausgetragen werden, zu vermeiden.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer → Themenseite zu Kindschaftsrecht und Obsorge.

7. Aufteilung des Vermögens

Wem gehört eigentlich das Vermögen, das während einer Beziehung aufgebaut wird? Die Antwort hängt wesentlich davon ab, ob die Partner verheiratet sind oder in einer Lebensgemeinschaft leben.

Bei Lebensgefährten wird grundsätzlich jener Partner Eigentümer eines Vermögenswerts, der ihn erwirbt. Gemeinsames Eigentum entsteht nicht allein dadurch, dass ein Paar zusammenlebt. Selbstverständlich können Lebensgefährten aber gemeinsam Vermögen erwerben, etwa Miteigentümer einer Liegenschaft werden. Bei einer Ehe stellt sich die Situation anders dar; im Fall einer Scheidung können eheliches Gebrauchsvermögen und eheliche Ersparnisse der Aufteilung unterliegen. Entgegen einer verbreiteten Vorstellung bedeutet das jedoch nicht automatisch eine hälftige Aufteilung - das österreichische Familienrecht sieht vielmehr eine Aufteilung nach Billigkeit vor. Dabei können neben finanziellen Beiträgen auch die Haushaltsführung und die Betreuung gemeinsamer Kinder berücksichtigt werden.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer → Themenseite zur Vermögensaufteilung.

8. Einstweilige Verfügungen

Familiäre Konflikte lassen sich nicht immer am runden Tisch und in aller Ruhe lösen. Manchmal braucht es raschen gerichtlichen Schutz – etwa wenn Gewalt droht, eine Person die gemeinsame Wohnung verlassen soll oder kurzfristig Regelungen zum Schutz eines Ehegatten oder Kindes erforderlich sind. Das österreichische Familienrecht sieht für solche Situationen verschiedene Formen einstweiliger Verfügungen vor. Sie sollen verhindern, dass Betroffene bis zum Abschluss eines längeren Gerichtsverfahrens schutzlos bleiben. Je nach Fall können etwa Betretungs- und Annäherungsverbote, Regelungen zur Nutzung der Ehewohnung oder andere vorläufige Maßnahmen in Betracht kommen.

Gerade weil solche Verfahren häufig unter erheblichem Zeitdruck geführt werden, ist eine rasche rechtliche Einschätzung besonders wichtig; sie hilft dabei, die vorhandenen Möglichkeiten realistisch zu beurteilen und die erforderlichen Schritte zielgerichtet einzuleiten.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer → Themenseite zu vorläufigem Rechtsschutz durch einstweilige Verfügungen.

9. Mediation

Nicht jeder familienrechtliche Konflikt muss vor Gericht enden. Gerade bei Trennungen und Scheidungen kann eine Mediation helfen, verhärtete Positionen aufzubrechen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die von beiden Seiten mitgetragen werden. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Entscheidung einer Richterin oder eines Richters, sondern eine strukturierte Verständigung zwischen den Beteiligten. Themen wie Kinder, Betreuung, Unterhalt, Wohnung oder Vermögen können in einem geschützten Rahmen besprochen und schrittweise geregelt werden. Besonders dort, wo Eltern auch nach einer Trennung dauerhaft miteinander verbunden bleiben, kann eine tragfähige Einigung helfen, weitere Konflikte zu vermeiden.

Mediation ersetzt allerdings nicht in jedem Fall die rechtliche Beratung. Gerade bei weitreichenden finanziellen oder rechtlichen Vereinbarungen ist es sinnvoll, die gefundenen Lösungen zusätzlich rechtlich prüfen und verbindlich gestalten zu lassen.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer → Themenseite zur Mediation im Familienrecht.

10. Internationale Fälle

Familienrechtliche Fragen werden deutlich komplexer, sobald mehrere Staaten betroffen sind. Das kann etwa der Fall sein, wenn Ehepartner unterschiedliche Staatsangehörigkeiten besitzen, im Ausland geheiratet haben, in verschiedenen Ländern leben oder gemeinsames Vermögen in mehreren Staaten vorhanden ist. Auch bei Kindern stellt sich häufig die Frage, welches Gericht für Obsorge und Kontaktrecht zuständig ist oder ob ein Elternteil mit dem Kind ins Ausland übersiedeln darf.

In internationalen Familienfällen greifen österreichisches Recht, europäische Vorschriften und internationale Übereinkommen ineinander. Daher ist zunächst zu klären, welches Gericht zuständig ist, welches Recht zur Anwendung kommt und ob eine Entscheidung auch in einem anderen Staat anerkannt und durchgesetzt werden kann. Gerade bei internationalen Scheidungen können diese Fragen erhebliche praktische und wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Besondere Dringlichkeit besteht, wenn ein Kind ohne Zustimmung des anderen Elternteils ins Ausland gebracht oder dort zurückgehalten wird. In solchen Fällen kann rasches rechtliches Handeln entscheidend sein; hier kann ein Fall der Kindesentführung vorliegen, auf die das Haager Übereinkommen Anwendung findet. Hier steht die Rückführung des ins Ausland verbrachten Kindes in sein Ursprungsland im Vordergrund.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer → Themenseite zu internationalen Fällen im Familienrecht.

11. Wir helfen weiter

Einer der Schwerpunkte unserer Kanzlei ist die Beratung auf dem Gebiet des österreichischen Familienrechts: Themengebiete, wie die sich aus einer Lebensgemeinschaft ergebenden Rechtsfolgen und der Übergang der Lebensgemeinschaft in eine Ehe - aber auch die weniger schönen Seiten zwischenmenschlicher Beziehungen, also die Ehescheidung, etwaige Unterhaltsansprüche von Ex-Partnern und Kindern, die Aufteilung des gemeinsam angeschafften Vermögens und die Obsorge über gemeinsame Kinder - stehen im Zentrum unserer Beratungstätigkeit unter Leitung von Scheidungsanwältin Eva Schmelz. Wenn auch Sie entweder in guten Zeiten vorsorgen wollen, was durch einen Ehevertrag bzw einen Partnerschaftsvertrag in vielerlei Hinsicht möglich ist, oder aber in schlechten Zeiten eine helfende Hand benötigen, vereinbaren Sie am Besten ein Erstgespräch mit uns.